Snowboard15. Februar 2026

Snowboarden 2025/2026: Zwischen Adrenalin und dem großen Frust

Ein ehrlicher Blick auf eine Saison, die eigentlich Heilung sein sollte, aber bisher nur Fragen aufwirft.

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Snowboarden 2025/2026: Zwischen Adrenalin und dem großen Frust

Das Knirschen, wenn man die Bindung festzieht. Das Schaben des Boards auf dem ersten Schnee. Normalerweise reicht das. Der Kopf schaltet ab, der Körper übernimmt. Dieses Jahr hat das nicht funktioniert.

Ende November kam Schnee in Massen. Die ersten Gebiete öffneten. Ich dachte: das ist die Erholung, die ich nach diesem Jahr brauche. Dann kam die Realität am Berg.

Riedbergerhorn und die Bergbahnen BG

Mein Stammplatz ist Balderschwang, der Schwabenhof, die SBSB. Ulli und sein Team sind für mich die beste Ski- und Snowboardschule, die ich kenne. Das ist Heimat.

Was die Bergbahnen BG da veranstalten, macht mich fassungslos. Die Webseite funktioniert nicht, der Umbau geht seit Monaten nicht voran. Der Raubachlift ist seit Frühjahr 2025 kaputt und steht bis heute, 14.02.26, still. Kein Betrieb, kein Schnee, kein Fortschritt. Das ist kein Vorwurf an die Angestellten, sondern an denjenigen an der Spitze, dem Grasgehren wichtiger zu sein scheint als das Riedbergerhorn.

Grasgehren öffnet früher, das ist der praktische Grund, warum man manchmal ausweicht. Aber die Herzlichkeit fehlt dort komplett. Wir haben es am letzten Morgen wieder erlebt, gleich wieder umgedreht und weg. Der Chef der Bergbahnen fährt morgens mit seinem Skoda vor, erwidert kein Guten Morgen, obwohl man sich als Stammkunde zählt. Ich war fast jedes Wochenende da. Kein einziges Mal. Schade.

Das Gewissen mit dem Diesel

Ich bin Teil des Problems. Ich fahre einen Diesel, ich nutze keine öffentlichen Verkehrsmittel, meine Kinder fahren Motocross. Das belastet mich wirklich. Die Liebe zur Natur und der Lebensstil, der sie belastet, passen nicht zusammen. Ich weiß das.

Stillstand am Sessellift

Der Winter hat mir dieses Jahr die Quittung präsentiert. Der Schnee fehlt, es ist zu warm. An Weihnachten kein Betrieb. Bis Mitte Februar steht der Sessellift still.

Gleichzeitig rege ich mich auf, dass Naturschützer die Alpinschaukel verhindert haben. Und dann frage ich mich, was ich eigentlich will. Mehr Schneekanonen, größerer Wasserspeicher, und trotzdem weniger Eingriff in die Natur. Das ist die Doppelmoral, die ich selbst nicht auflösen kann.

Was aus Balderschwang werden könnte

Die Verbindung zwischen Grasgehren und Riedbergerhorn wäre ein echtes Kleinod im Allgäu. Wenn alle mal an einem Strang zögen. Aber es wird gestritten, und die, die darunter leiden, sind die Mitarbeiter an der Basis und die Gäste.

Das Potenzial ist da. Downhill im Sommer, Skateplatz, Foodtrucks. Ich bin auch in der Sommersaison oft dort, fahre Fahrrad, wandere. Macht was draus.

Die Menschen, wegen denen man kommt

Ich komme nach Balderschwang wegen der SBSB und wegen den Menschen dort. Martin, Flo, Julian, Julina. Die, die dieses Jahr dazukamen: Jolande, Jonas, Mel. Die Liftmitarbeiter, Peter, und der, der diesen Winter am Angerpurnagletscher immer dabei war. Carsten, der aus dem macht, was er hat. Irmi und ihre Tochter, die strenge Heidi.

Sie sind der Grund, warum man kommt. Ohne die SBSB und Martin würden viele erst gar nicht mehr hinfahren. Das müsste dem Herrn mit dem roten Skoda eigentlich klar sein.

Wenn die Flucht nicht hilft

Dieser Winter sollte Erholung sein. Ein Aufatmen nach einem Jahr psychischer Belastung und Überlastung. Das hat nicht funktioniert. Wenn man am Berg steht und nur noch Verfall sieht, klimatisch wie menschlich, bleibt der Kopf schwer.

Die Saison 2025/2026 ist noch nicht vorbei. Aber die Leichtigkeit der früheren Jahre ist weg.

Das Riedbergerhorn bleibt, solange Menschen wie Martin und sein Team dort sind.