Digitales Headquarter - Warum Emacs mein ADHS zähmt.
Ein Blick in mein Betriebssystem für das Leben. Wie ich mit Emacs, Org-Mode und einem Schuss Hartnäckigkeit Ordnung in das Chaos bringe.

Emacs ist für die meisten ein Texteditor aus den 70ern. Für mich ist es der Ort, an dem Gedanken landen, bevor sie wieder weg sind. Wer mit ADHS lebt, kennt das: zehn Ideen gleichzeitig, keine Reihenfolge. Org-Mode ist mein Netz dafür.

Links die inbox.org mit offenen TODOs. Rechts die Agenda. Oben steht nur: heute im Fokus. Mehr brauche ich nicht auf einen Blick.
Warum nicht die nächste bunte App
Jede neue App will Aufmerksamkeit. Push, Badge, Erinnerung. Emacs ist Text. Kein Feed. Kein Algorithmus. Ich lege die Regeln fest.
Im Hyperfokus zählt Geschwindigkeit. Capture-Templates: ein Tastendruck, Text rein, weiter. Die Idee liegt in der Inbox. Der Faden bricht nicht.
Sterne statt Ordner-Chaos
Ein Stern ist eine Aufgabe. Zwei Sterne ein Projekt. Alles lässt sich einklappen. Wenn die Liste zu lang wird, blende ich aus bis nur die eine Zeile steht, die jetzt dran ist.

Der Ausschnitt aus buecher.org zeigt, wie tief man schachteln kann. Zu tief wird es unübersichtlich. Ich halte es flach, wo es geht.
Agenda und Nextcloud
Die Agenda ist keine hübsche Kalender-App. Sie listet, was brennt. Termine vom Handy laufen über Nextcloud in Emacs. Goldenrod für Termine, Tags wie :privat: oder :mscel: für Kontext.

Vergessene Termine passieren seltener. Nicht weil Emacs magisch ist. Weil alles an einem Ort liegt.
Eigene Daten, eigene Dateien
Der Weg war WebDAV, Config-Dateien, Fehler. Am Ende liegen Finanzen, Checklisten, Tagebuch in Textdateien auf meinem Server. Kein Anbieter scannt den Inhalt.

Die init.el zeigt noch zu viel. Die muss ich kürzen, bevor ich mehr preisgebe.
Schwarz und Gold sind bei mir keine Mode. Emacs und Org-Mode sind Werkzeug. Wenn das Setup hält, bleibt der Kopf leichter.